Der Kuss


Der Kuss der mich weckte....


"...Als sie sich in einen Schmetterling verwandelte,
sprachen die Raupen nicht von ihrer Schönheit,
sondern von ihrer Seltsamkeit.
Sie wollten, dass sie sich in das zurückverwandelt,
was sie schon immer war. Aber Sie hatte Flügel..."

-Dean Jackson-


Ich vergleiche es auch gern aus dem Dornröschenschlaf erwachen...Aufwachen...

...nicht wie an'nem Samstagmorgen nach einer durchzechten Nacht, wenn der Wecker 6 Uhr klingelt

und man völlig orientierungslos und sauer nach dem Wecker sucht.
Nein, das Aufwachen meine ich nicht, ich meine das richtige Aufwachen.

Wenn dich eine Situation aus deinen komfortablen Mauern regelrecht raus bombt...
dich auf den nackten Boden DEINER Tatsachen klatschen lässt, du durch die Dunkelheit nicht erkennst wo, du bist,

du ausrasten könntest, weil du nicht weiß, was ES mit dir macht....du alle anderen für diese beschissene Situation

verantwortlich machst, aber nicht auf den Trichter kommst, dass DU nur alleine DU dich genau in diese beschissene,

ungewisse Situation und auf den Boden der Tatsachen hast klatschen lassen....

kein ANDERER!
Aber bis du an diesem Punkt angelangt bist, dass nicht die anderen sondern Du es bist, vergeht eine lange Zeit

und Du gehst ein langen, holprigen, steinigen und schmalen Weg. Erst bist du eine Zeit lang sauer auf die Anderen,

dann eine zeitlang sauer auf dich, dann beginnst du das Außen zu hinterfragen.

Vorher machst du alles und jeden für dein Schlamassel verantwortlich, aber irgendwann werden dir aber immer wieder

die gleichen Situationen auf einem goldenen Tablett serviert, zwar in veränderter Form, aber im Grundsatz gleich und DANN

fängt es an zu dämmern und du kommst an den Punkt und denkst über dich -und nur über dich- nach....
Und genau an diesem Punkt, wenn du dort stehst, fängst du an aufzuwachen und dafür brauchst du definitiv keinen Kaffee...

Wenn ich in einer ruhigen Minute zurück denke war es ein Aufwachen mit Ankündigung.

Hmm...eigentlich war meine Tochter, die ganz leise versuchte mich wach zu küssen, nun aber am 30.04.2019

wachte ich mit tosendem Gebrüll nach MEINEM Boom endlich auf.

Dieses Aufwachen ist anders als alles andere....
Du befasst dich mit dir, wer du wirklich bist, du hinterfragst dich, dich als Seele und nicht als Mensch...

Du hinterfragst deinen Glauben an was du geglaubt hast, du fängst an, deine Beziehungen akribisch zu untersuchen,

aber was noch viel herausfordernder ist alles, was sich nicht mehr stimmig anfühlt, bricht weg.

Es macht laut Boom und verabschiedet sich mit lautem Gebrüll oder auch ganz still und heimlich...

...allerdings in den meisten Fällen mit einem lauten BOOM...

Dann wirds still....ganz still....Es steigt eine Unruhe in dir hoch und du weißt nicht, wie du den "Boom" meistern sollst....

Alles so vertraute, immer da gewesene, altes Denken bricht weg, du wehrst dich mit Händen und Füßen, hältst krampfhaft am alten fest...

Du sitzt vor diesem inneren Haufen und fängst an, leise, traurig zu werden und es fließen die ersten Tränen, glaubt mir, ich habe viel geweint..

...ich weinte leise für mich, ich weinte laut mit voller Wut, ich weinte aus Verzweiflung, Trauer, Liebe und ich weinte aus Erleichterung

und das sagte schon meine Oma damals zu mir....

Weinen macht leichter....
Du lässt es im wahrsten Sinne des Wortes fließen, du kämpfst nicht mehr mit aller Macht dagegen an.

Ja, ich weinte, aber danach stand ich immer wieder auf und ging weiter meinen Weg ....Danach mit viel leichterem Gepäck.
Die leisen Booms, die man nur im Inneren spürt, sind grandios befreiend.

Die Lösung für die kleinen Booms?
Einfach mal komplett die Herangehensweise ändern...
Er wird zwar nicht gleich sichtbar, aber im Inneren bemerkst du eine Veränderung...
Ich liebe diese Kleinen aber noch viel, lieber sind mir die ganz lauten BOOMS!!!!

nächste Seite...
Share by: