Meine Kindheit war für mich die schönste Zeit und ich bin wahnsinnig dankbar,
genau die richtigen Menschen um mich gehabt zu haben.
Meine Familie als auch meine Freunde gaben mir immer das Gefühl von Dazugehörigkeit und ein Teil von ihnen zu sein.
Ich wurde selbstständig erzogen. Zum Glück stülpte man mir keine Käseglocke über und man versuchte auch
NICHT jedes kleine Unheil von mir abzuwenden. In Watte packen war auch einfach nicht drin...
...Das Leben drehte sich nicht nur um mich, sondern ich drehte mich um das Leben und es war wunderbar, ein Teil davon gewesen zu sein..
Ich wuchs in einem kleinen Dorf mit ca. 250 Einwohnern auf, hier kannte man sich noch beim Namen...
Der Großteil war über 250 Ecken miteinander verbunden...ob es familiär oder freundschaftlich war und somit kannte man sich
untereinander und auch viele kannten meine Geschichte...hmm...nicht viele, sondern alle...
Ich war nicht das behinderte Mädchen, sondern ich war Stephanie von Silvia und Matthias...
Wenn mich meine Eltern nicht überall mit hinnahmen, dann waren es meine Großeltern oder meine Freunde.
Ich war immer mit dabei und meistens genau mittendrin. Ausgrenzung oder gar Beleidigungen gab es nicht...
....Klar gab es auch komische Blicke von fremden Kindern, aber ich wusste, im Hintergrund standen meine Familie und auch meine Freunde.
Meine Freunde waren wie Familie, denn ich bin mit ihnen groß geworden...
Ich ging mit ihnen in die Krippe, später in den Kindergarten, wir spielten zusammen, die Ferien verbrachten wir zusammen...
...Kindergeburtstage waren lengendär...Wir spielten im Sommer bis spät abends auf dem Bauernberg...
....wie oft saßen wir in unserer Bussi und waren einfach nur glücklich, wie lange verbrachten
wir Zeit zusammen im Club oder bei Katrin im Garten und nie gaben sie mir das Gefühl, unerwünscht zu sein,
nie wurde ich wie eine Aussätzige behandelt und nie hörte ich Beleidigungen von ihnen!
Nur eines teilten wir nicht zusammen die Schulbank. Wie oft wünschte ich mir, mit ihnen zur Schule gegangen zu sein.
Sie hätten es nie zugelassen, dass man mich so behandelt. ABER!!!
So wie es war, war es gut...
Ich kämpfte die erste Hälfte des Tages und die andere Hälfte heilten meine Wunden.
Gewappnet für die nächste Schlacht.
Ich bin dankbar, dass ich in Haldensleben zur Schule ging 25 km weit weg von meiner heilen Welt, dort kannte man nur
das behinderte Mädchen, dort waren sie auch nicht um 250 Ecken miteinander verbunden, dort hatte ich auch nicht viele Freunde,
die zu mir hielten und dort standen Beleidigungen auf der Tagesordnung...Dort war ich auch jemand ganz anderes nur in HÖDINGEN
war ich Stephanie und auch die 1 Version von Tiffi die ich so liebte.
Auch als ich ganz tief in diesem Mobbing Sumpf feststeckte, mich immer mehr zurückzog und auch nicht mehr wollte,
schafften es meine Freunde, mich immer wieder aus diesem Sumpf zu ziehen.
Auch mit ihnen sprach ich nie darüber..ich schämte mich so sehr, denn sie kannten eine ganz andere Tiffi, als die ich in der Schule war.
Sie heilten meine Wunden, indem sie nicht locker ließen, mich immer wieder raus zerrten, um mit mir Zeit zu verbringen,
und jedes Mal war ich ihnen dankbar, dass sie nicht eher Frieden gaben, bis ich mit ihnen wieder durch Hödingen zog.
Sie zeigten mir jeden Tag, auch wenn es unbewusst war, das All das, was ich am Tag über mich hörte, nicht stimmte!
Meine Familie und meine Freunde waren Hödingen und Hödingen war mir so unendlich heilig... Hödingen war meine heile Welt...
Ein paar Worte an Hödingen!
Es tut mir leid, dass ich euch nicht früher davon erzählt hab, aber ich wollte meine heile Welt nicht gefährden.
Für jeden Einzelnen in Hödingen bin ich dankbar, weil ihr mir gezeigt habt, dass es auch anders geht.
Ihr wart meine Zuflucht, ihr habt es ein Stück erträglicher gemacht!
DANKE ❣