Was bedeutet Mitleid?
Mitleid ist die Anteilnahme an negativen Gefühlen wie Schmerz und Leid anderer.
Ich brauch kein Mitleid, ich brauch niemanden, der mit mir mit leidet, denn ich leide nicht...
Ich bin nicht krank, ich hab auch keine Schmerzen und erst recht trage ich kein schweres Päckchen, auch wenn es vielleicht
für Außenstehende so aussieht, dass ich krank bin, dass ich Schmerzen habe oder ein schweres Päckchen mit mir rumtrage...
...Meine Seele entschied sich genau für diesen Weg und ich werde die Aufgabe, die mir dieses Leben schenkt, wie ein wertvolles Geschenk betrachten.
Was bedeutet Mitgefühl?
Mitgefühl ist die zwischenmenschliche Fähigkeit, die Emotionen eines anderen Menschen nachzuvollziehen,
sich in die Lage und der Gefühlswelt hineinversetzen zu können und die Gefühle nachvollziehen zu können.
Ich wünschte, Menschen könnten sich in meine Lage hineinversetzen, als das sie grundlos mitleiden!
NEIN!
Diese Zeilen richte ich an diejenigen, die der Meinung sind sie stehen über den den Dingen und die Behinderte öffentlich denunzieren und ihnen respektlos entgegentreten.
Herr Gott noch mal, es macht mich soo wütend, mein Leben und mich ins rechte Licht rücken zu müssen und mich immer und immer beweisen zu müssen. Nur weil ihr euch ein beschissenes, total verzehrtes Schönheitsideal in euren völlig verbohrten und oberflächlichen Gehirnen eintrichtern lassen habt, welches ihr noch nicht einmal im Ansatz selbst erreichen könnt. Es heißt noch lange nicht das, wir ein anderes Leben führen als ihr....Wir wünschen und träumen von den gleichen Dingen, wir fluchen, diskutieren und meckern
über die gleichen Themen.
Wisst ihr was? Die Einzigen die ein Problem haben, seid ihr...ihr versteckt eure eigene Unsicherheit hinter eurer ekelhaften Arroganz und versucht uns kleinzumachen nur um euch größer zu fühlen...nur blöd das in Sprichwörtern immer ein Funken Wahrheit steckt. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und irgendwann steht auch ihr vor eurem Meister,
die euch auf euren unsicheren harten Boden aufklatschen lassen.
Ich bin verdammt stolz auf mich!!!!
Ach so, bevor ich es vergesse...wenn ihr euch das nächste Mal wundert, dass von "so einer" was Sinnvolles aus´m Mund kommt...Ja, ich hab einen abgeschlossenen Realschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien (FR Mediendesign) und seit 7 Jahren selbstständig. Seit 2009 mit dem tollsten Mann der Welt zusammen, seit 4 Jahren verheiratet und eine wunderbare Tochter groß gezogen...also klemmt euch das nächste Mal eure Sprüche, wenn ihr mir wieder einmal von oben herab versucht das Leben zu erklären.
Mein Leben ist genau wie deins.
Ich hasste schon immer die abwertenden, bemitleidenden und auch schockierten Blicke.
Ja, sie taten weh, verdammt doll weh, und auch heut gibt es noch einige Blicke, die mich an einer meinen wundesten Stellen treffen,
zum Glück nicht mehr als zu doll. Vor allem von denen, von denen es man nicht erwartet. Von den Menschen, die eine gewisse Reife an den Tag legten...
....doch am Ende reihten sie sich in meine "mehr Schein als sein" Reihe ein.
Es waren erwachsene gestandene Menschen. Sie blieben wie angewurzelt stehen, drehten sich um und glotzten...
....ihre Kiefer prallte gelegentlich unten auf dem Boden auf und wenn ich es nicht besser wüsste...
.....sahen sie gerade ihr 8tes Weltwunder...Häufig nahm ich es mit Humor, einige bekamen einen trockenen Spruch an den Kopf,
aber viele Blicke taten weh, sie trafen ganz tief...
Ich bin auch kein Unfall, an dem man nicht ohne Gaffen vorbei fahren kann.
Ich bin NICHT krank!!!
Es ist traurig, dass es heute noch so viele Menschen gibt, die eine Behinderung als Krankheit auslegen.
Es gibt so viele Eltern, die ihren kleinen Kindern vermitteln, dass sie die kranke Frau nicht so angucken sollen.
Verdammt noch mal wie sollen denn Kinder lernen, dass alle gleich sind und jeder Respekt verdient.
Ein kleines Mädchen guckte mich ganz traurig an.
"Guck die Frau nicht so an, die ist krank." Sie schaute mich mit einem hochroten Kopf und presste ihre Lippen zu einem
gedrückten Lächeln zusammen. Wir saßen dort eine Weile und ich merkte die Traurigkeit der Kleinen.
Ich lächelte sie an, die ganz entsetzt von den Worten ihrer Mama wa und ich sagte ihr.
"Alles gut Herzchen, nicht traurig sein, ich bin nicht krank...ich hab nur Hände, die anders aussehen."
Sie fragte mich, ob das wehtut. Ich verneinte mit einem Lächeln und sie lächelte mit einem
breiten Grinsen zurück und sagte freudestrahlend "Mami, die Frau ist gar nicht krank."
Der Frau war es sichtlich peinlich...Es war nicht meine Absicht, sie vor ihrer Tochter bloß zu stellen,
aber mir war es ein innerliches Bedürfnis ihrer Tochter die Traurigkeit zu nehmen.
Ich wollte nicht, dass es ihr unnötig schlecht ging. So entsteht Mitleid, wo keines angebracht ist.
"....Keine Behinderung der Welt macht einen Menschen zu einem schlechteren Menschen, zu einem unfähigeren Menschen
oder zu einem Menschen, der die Wertschätzung aller anderen Menschen nicht verdient hat...."
Boar, was fällt euch arroganten, kleinkarierten Menschen eigentlich ein, respektlos und herablassend über Behinderte zu äußern
oder wollt ihr mit eurem Gehabe nur eure eigene Unsicherheit überspielen. Eure Unfähigkeit, jemanden auf Augenhöhe zu begegnen,
weil ihr euch selbst nicht auf Augenhöhe begegnet? Oder was steckt hinter euer abfälligen Art und Weise? Erklärt es mir,
dass ich es verstehen kann und euch dann auch auf eurer Art antworten kann.
Ihr braucht uns nicht von oben herab das Leben erklären, wir müssen auch nicht wie Minderbemittelte an die Hand genommen
werden oder habt ihr einfach nur Angst, dass ein körperlich unterlegener Mensch euch zeigt, was wirkliche Stärke bedeutet?
Wir sind viel stärker als das Erscheinungsbild, vermuten lässt...denn wir haben frühzeitig gelernt uns durch zu setzen,
gelernt uns gegen das bestehende Schönheitsideal zu behaupten und in dieser Gesellschaft unseren ganz eigenen Weg zu finden.
Und verdammt noch mal, ich bin so stolz darauf, hier selbstbewusst zu stehen...mich gegen all die abwertenden Blicke, die Unterdrückungen,
Beleidigungen durchgesetzt zu haben und offen darüber rede um Euch endlich die Augen zu öffnen.
Hört auf und begegnet behinderten Menschen gefälligst mit Respekt! WOOOWWW, das musste jetzt raus!!!!!!!!!!!
"Darf ich dich mal etwas fragen?"
Das waren die ersten Worte, die wir miteinander wechselten...
Ihre Tochter war damals zu schüchtern, mich auf meine Behinderung anzusprechen.
"Da, musst du sie selbst fragen, das kann ich dir nicht beantworten.", sagte Nanny zu ihr.
Sie war die Erste seit Jahren.
Ich erzählte ihr von mir und von meinem Leben ....Sie begegnete mir auf Augenhöhe und Sie bemitleidete mich nicht,
sondern zeigte mir ihr Mitgefühl....Aus dieser Begegnung entstand eine tolle Freundschaft.
Danke Nanny!
Wir brauchen mehr Menschen mit Mitgefühl als mit Mitleid!
Ich versteckte mich früher hinter meinen Schlabberklamotten...
Fühlte mich im Winter freier als im Sommer, wollte nie im Mittelpunkt stehen und schon gar nicht Aufsehen erregen.
Nun weiß ich, dass sich meine Seele genau für diesen Weg entschied, den ich eigentlich nicht für mich vorsah....
Nun werde ich mich zeigen, mich und meine Behinderung in den Mittelpunkt stellen und öffentlich reden und ich werde mich für Andere einsetzen,
ich werde Ihnen helfen in ihre Stärke zu finden, sowie ich es in den letzten 2 Jahren schaffte.