Hmmm...verkorkst, vermurkst, etliche Zeit gewehrt, weggestoßen,
den Schmerz auf Biegen und Brechen weg haben wollen...
"Warum willst du dich denn nochmal mit deiner Vergangenheit beschäftigen?
Du kannst sie doch sowieso nicht mehr ändern, lass das... Das bringt nix...
"Nein... das stimmt, ich kann sie nicht mehr ändern, aber ich kann ändern, wie ich damit umgehe."
Meine Worte zu ihm...
ALLES, aber auch wirklich alles war anders bei ihm..
Mit ihm ist alles anders, bei ihm bin ich anders...
Diese Zeichnung war ein Kraftakt, vor lauter Frust hab ich sie zerrissen, 3 Tage Arbeit für den Müll.
Von diesem Text gibt es mittlerweile 5 Versionen, die eine voller Hass und Abrechnung und die andere Verdrängung.
Immer und immer wieder dieses Wehren, wegstoßen und diese Wut, dass ich ihn auf Papier verewige, mein Herzblut in diese Zeichnung lege,
über IHN schreibe und ich ihm somit einen Platz in meiner Hommage gewähre. MEINER Hommage, MEINEM Seelenweg..
Er, der diesen Weg nicht versteht, hat meinen so friedlichen Seelenkeller verwüstet.
Ein ganzes Jahr hab ich mich nun mit dieser Zeichnung, mit diesem Text und unserer Verbindung beschäftigt.
Unsere Verbindung ist verkorkst und gewaltig vermurkst.
Ich wollte ihn so sehr retten, ich wollte ihn mitnehmen, ich wollte seine Wunden heilen.
Denn mit meiner Hommage riss ich auch seine Wunden mit auf und ich meine seine Wunden sind noch verkrusteter als meine.
Sie gehen weiter in die Vergangenheit als meine...
Nun weiß ich, dass ich ihn nicht retten kann, nicht zwingen und schon gar seine Wunden heilen kann.
Denn jeder lebt seine eigene Wahrheit.
Ich für meinen Teil sehe meinen Papa jetzt als das an, was er für mich ist.
DAS entscheidende Puzzleteil, welches mich jetzt MEINEN Weg gehen lässt.
In all dem ganzen verkorksten, vermurksten Schmerz ließ er mir ein Geschenk da.
Er ist dieses Geschenk in meinem Leben und als ich dieses verkorkste und vermurkste Geschenk auspackte,
fand ich...
MICH darin wieder.
Durch ihn, hab ich jetzt gefühlt verstanden, was Loslassen nun wirklich bedeutet, nämlich jemanden zu lieben und
trotz allem ihn in seinem Leben zu lassen... ihn annehmen, sich trotz des verkorkstem und vermurkstem...
.... der Liebe zu öffnen und ihr Vertrauen....
Auch wenn du mir jetzt wünscht, dass ich wieder auf die Beine komme...
Ich stand noch nie sicherer, als jetzt in diesem Moment, indem ich spüre, dass alles seine Zeit hat und alles...
....und sei es nur das klitzekleinste Detail...seinen Platz im Universum hat.
Wir sind die Zeit und das Universum, es liegt nur an uns, wie wir damit umgehen.
Ich entschied mich für mich, für meinen Weg, für meine Hommage und für meine Heilung und warum?
Weil wir miteinander verbunden sind, wenn ich heile, so heilst auch du und alles um uns herum,
sofern du es zulässt.
Nun schließe ich Frieden mit dem verkorkstem und vermurkstem.
Konzentriere mich auf das schöne und beende mein "Wenn ich das geschafft habe, dann....warten"
Nee, nich dann, sondern JETZT. Du zeigtest mir den Weg zu mir selbst...
Das ist dein Geschenk an mich und meine Hommage ist eines der größten Geschenke an mich selbst...
Danke, dass du ein Teil, ein Puzzleteil, meines Lebens bist.
Ich hab Papa in meinem „Zuhause“ arbeiten sehen.
Er hat mir mein Zimmer gebaut, es war MEIN REICH, er schaffte mir 4 Wände, in denen ich glücklich war.
Als ich weg zog, richtete er mir mein Zuhause in Berlin her. Aus einer Bruchbude zauberte er ein, mein Zuhause.
War er es damals, der mir die Pastellkreide, von meinem Uropa, schenkte und er war es, der mir die Buntstifte schenkte,
mit denen ich meine Hommage zeichnete.
So manches Mal rettete er mich.
Wenn ich ihn brauchte, war er trotz allem vermurksten und verkorksten für mich da.
Durch all den zähen schmerzlichen Nebel, meiner Illusion wie Liebe aussehen MUSS
und meinen Erwartungen sah ich nicht, was er GANZ ALLEIN NUR FÜR MICH, aus Liebe tat.
Der zähe Nebel verzog sich und zum Vorschein kam eine so tiefgehende Erkenntnis.
All das, was er tat, war ein Ausdruck der Liebe, seiner Liebe zu mir.
All das Verkorkste und Vermurkste ist eines seiner größten Geschenke an mich.
Er ebnete mir den Weg in mein ZUHAUSE, in mein inneres Zuhause...... zu Gott...
Alles ist ein Ausdruck wahrer und bedingungsloser Liebe, die wir sind.
Nachtrag 21.02.23, 11.07 Uhr:
Diese Zeilen beenden meine Hommage und ziehen, wie in Mathe einen Strich unter die Rechnung oder wie in Deutsch wird ein Punkt gesetzt.
Ich setze viel lieber einen Punkt als dass ich einen Strich unter die Rechnung setze.
In der heutigen Zeit ist es so wahnsinnig schwer, sich selbst zu finden,
immer im Streben nach Bestätigung, Anerkennung, den eigenen Wert in Form Materiellem oder Erfolg zu messen, welches dem Außen zu präsentieren...
Das Außen setzt dich unter Zugzwang, etwas leisten oder dich beweisen zu müssen.
Ich für meinen Teil kann dem Außen keinen großen Brasselbrack präsentieren...
Dennoch bin ich reicher als so mancher Millionär und mir das Außen je bieten könnte.
Mein inneres Zuhause und die innewohnende Geborgenheit sind MEIN Haus,
all das hier, was ich die letzten Jahre mir hart erarbeitete,
der ganze Schweiß, Tränen, Nächtelanges Zeichnen und das Verzweifeln ist mein eigener Erfolg,
mich im Spiegel mit liebevollen Augen anzusehen ist meine Bestätigung an mein Selbst,
einem verkorksten Schönheitsideal den Rücken kehre und mich so zu lieben wie ich bin,
ist meine Anerkennung und all das Schöne in dieser materiellen Welt zu sehen ist mein Leben,
ist der größte Reichtum, den es je geben wird.
Denn Liebe, Frieden, Respekt und Akzeptanz sind mehr wert als alles andere auf dieser Welt.
Nun ist meine Hommage vorerst vollbracht.
FORTSETZUNG FOLGT......